Kinder, die in London aufwuchsen, nachdem die Ultra Low Emission Zone (Ulez) eingeführt wurde, haben jetzt messbar größere und besser funktionierende Lungen als diejenigen, die vor Beginn des Programms in der Stadt lebten. Diese Erkenntnis stammt aus einer neuen Studie, die Tausende von Grundschulkindern in der Hauptstadt verfolgte und damit eines der deutlichsten Zeichen dafür ist, dass die Reduzierung von Verkehrsverschmutzung junge Körper direkt verbessern kann.
Ein natürliches Experiment in der Hauptstadt
Die Ulez, die ältere, umweltschädlichere Fahrzeuge für die Fahrt in die Londoner Innenstadt bepreist, wurde 2019 und erneut 2021 ausgeweitet. Forscher sahen darin eine seltene Gelegenheit, die gesundheitlichen Auswirkungen einer realen politischen Veränderung zu untersuchen. Sie verglichen Lungenmessungen von Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren, die Schulen innerhalb der Zone besuchten, mit denen von Kindern in anderen Teilen der Stadt, vor und nach der Verschärfung des Programms.
Die von der Queen Mary University of London geleitete Studie nutzte Daten von mehr als 4.000 Kindern. Sie ergab, dass Kinder, die der Ulez ausgesetzt waren, einen um 5% größeren Anstieg des Lungenvolumens und eine 4%ige Verbesserung des Luftflusses aufwiesen, verglichen mit Kindern, die nicht exponiert waren. Die Effekte waren am stärksten bei Kindern, die mindestens zwei Jahre dieselbe Schule besucht hatten, was darauf hindeutet, dass eine anhaltende Exposition gegenüber sauberer Luft wichtig ist.
Warum lokale Familien das betrifft
Für Eltern in London bieten die Ergebnisse eine konkrete Antwort auf eine Frage, die sich viele gestellt haben: Hilft eine saubere Luftzone meinem Kind tatsächlich, besser zu atmen? Die Antwort lautet laut dieser Studie ja. Die Verbesserungen waren nicht riesig, aber sie waren konsistent und statistisch signifikant. Und da die Lungenfunktion in der Kindheit ein bekannter Prädiktor für die Atemwegsgesundheit im Erwachsenenalter ist, könnten die Gewinne langfristige Vorteile haben.
Die Autoren der Studie stellten fest, dass die Ulez nicht als Gesundheitsexperiment konzipiert war, aber die Daten zeigen, dass sie als eines funktioniert hat. Die Kinder, die profitierten, stammten überwiegend aus einkommensschwächeren Familien, die eher in der Nähe von stark befahrenen Straßen leben und unter Luftverschmutzung leiden. Das macht die Erkenntnis besonders wichtig für die soziale Gerechtigkeit, da sauberere Luft dazu beitragen kann, gesundheitliche Unterschiede zwischen Arm und Reich zu verringern.
Die Studie wurde in der Zeitschrift The Lancet Planetary Health veröffentlicht. Sie trägt zu einer wachsenden Zahl von Belegen bei, dass Umweltzonen, die in Städten in ganz Europa eingeführt wurden, messbare gesundheitliche Vorteile haben können. Aber sie ist eine der ersten, die einen so klaren Zusammenhang bei Kinderlungen zeigt.
Ein Hauch frischer Beweise
Die Bedeutung dieser Studie geht über London hinaus. Sie bietet ein Modell dafür, wie Städte ihre eigenen Maßnahmen für saubere Luft bewerten können. Durch die Nutzung routinemäßiger Gesundheitsdaten können Forscher verfolgen, ob ein Programm funktioniert und für wen. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass die Vorteile der Ulez möglicherweise unterschätzt wurden, da sie bei Kindern auftreten, die noch wachsen und sich entwickeln.
Keine Politik ist ohne Kosten, und die Ulez war umstritten, wobei sich einige Fahrer über die Gebühren beschwerten. Aber diese Studie bietet eine andere Art von Bilanz: eine, die in Lungenkapazität und Luftfluss gemessen wird. Für die Kinder Londons ist die Luft, die sie heute atmen, messbar besser als zuvor, und ihre Körper zeigen es.