Vermont ist der erste Bundesstaat der USA, der das Unkrautvernichtungsmittel Paraquat verbietet, ein hochgiftiges Herbizid, das seit langem mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht wird. Das neue Gesetz, das von Gouverneur Phil Scott unterzeichnet wurde, tritt 2027 in Kraft und verbietet den Verkauf, die Verwendung und den Vertrieb von Paraquat im gesamten Bundesstaat. Es markiert einen bedeutenden Wandel darin, wie amerikanische Regulierungsbehörden beginnen, mit landwirtschaftlichen Chemikalien umzugehen, die mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung stehen.
Ein Unkrautvernichter so gefährlich, dass er in Dutzenden Ländern verboten ist
Paraquat ist eines der am weitesten verbreiteten Herbizide in der amerikanischen Landwirtschaft und wird auf Feldfrüchten wie Sojabohnen, Mais und Baumwolle eingesetzt. Aber es ist auch eines der giftigsten. Die Chemikalie ist bereits in mehr als 50 Ländern verboten, darunter China, die Europäische Union und das Vereinigte Königreich. In den USA hat die Umweltbehörde EPA ihre weitere Verwendung erlaubt, obwohl die Behörde zunehmendem Druck von Wissenschaftlern und Interessengruppen ausgesetzt ist. Vermonts Entscheidung stellt den Bundesstaat im Widerspruch zur Bundespolitik und signalisiert eine wachsende Bereitschaft lokaler Gesetzgeber, gegen Gesundheitsrisiken vorzugehen, die nationale Regulierungsbehörden nicht vollständig angegangen sind.
Warum Vermonts Bauern und Familien für das Verbot kämpften
Das Gesetz wurde von einer Koalition aus Bauern, öffentlichen Gesundheitsforschern und Anwohnern vorangetrieben, die miterlebt hatten, wie Familienmitglieder und Nachbarn an Parkinson erkrankten. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die Paraquat ausgesetzt sind, ein deutlich höheres Risiko haben, an der neurodegenerativen Erkrankung zu erkranken. Vermonts landwirtschaftliche Gemeinschaft ist relativ klein, aber der Bundesstaat hat eine starke Tradition im Umweltschutz. Befürworter des Verbots argumentierten, dass keine Ernte die Gesundheit eines Bauern wert sei. Das Gesetz wurde mit überparteilicher Unterstützung verabschiedet und spiegelt einen seltenen Moment der Einigung in einem tief gespaltenen politischen Klima wider.
Was als nächstes für Paraquat in Amerika passiert
Vermonts Verbot betrifft den Rest des Landes nicht, aber es schafft einen Präzedenzfall, dem andere Bundesstaaten folgen könnten. Mehrere Bundesstaaten, darunter Kalifornien und New York, haben ähnliche Einschränkungen in Betracht gezogen, aber noch nicht verabschiedet. Der Hersteller der Chemikalie, Syngenta, hat die Sicherheit von Paraquat bei ordnungsgemäßer Verwendung verteidigt und sich gegen Verbote auf Bundesstaatsebene ausgesprochen. Inzwischen überprüft die EPA die Zulassung des Herbizids, ein Prozess, der zu bundesstaatlichen Einschränkungen führen könnte. Fürs Erste hat Vermont eine klare Linie gezogen: In diesem kleinen Neuenglandstaat überwiegt das Parkinson-Risiko die Vorteile eines Unkrautvernichters.
Vermonts Schritt ist kein Urteil über die Sicherheit von Paraquat überall. Es ist eine lokale Entscheidung, die auf lokalen Bedenken basiert. Aber es ist die erste ihrer Art in den USA, und es könnte nicht die letzte sein.