Eine winzige Kröte, die durch das Los Angeles der Eiszeit hüpfte, hat sich fast 70 Jahre lang in den La Brea Teergruben versteckt. Wissenschaftler haben sie nun als eine brandneue ausgestorbene Art identifiziert, ein so seltener Fund, dass in Nordamerika nur eine andere ausgestorbene pleistozäne Amphibie je gefunden wurde. Die Entdeckung verändert, was Forscher über das antike Klima der Region und die Kreaturen, die es durchlebten, zu wissen glaubten.
Ein Fossil aus den 1950ern bekommt endlich einen Namen
Die neue Art, benannt Spea labreae, ist eine Eiszeit-Schaufelfußkröte. Ihre Knochen wurden in den 1950ern aus den Teergruben gezogen und lagerten jahrzehntelang in Museumssammlungen. Erst als Dr. Alberto Cruz, ein Forscher am mexikanischen SECIHTI Centro de Investigación Paleontológica Quinametzin und Research Associate an den La Brea Teergruben, die Reptilien- und Amphibiensammlungen des Geländes studierte, fiel ihm etwas auf.
Cruz bemerkte Merkmale an den Knochen, die zu keiner bekannten Schaufelfußkröte passten. Zunächst fragte er sich, ob die seltsamen Formen von einem kranken oder verletzten Tier stammten. Doch nach dem Vergleich der Fossilien mit modernen Schaufelfußkröten erkannte er, dass die Unterschiede zu konsistent waren. Sie deuteten auf eine Art hin, die nie zuvor beschrieben worden war. Die Studie erscheint im Journal of Vertebrate Paleontology.
Was eine kleine Kröte über einen großen Klimawandel sagt
Spea labreae war winzig, besonders neben den Mammuts und Säbelzahnkatzen, die normalerweise im Rampenlicht der La Brea stehen. Aber ihre kleinen Knochen tragen große Hinweise. Die Kröte lebte am Ende der letzten Eiszeit, einer Zeit, in der Los Angeles dramatische Umweltveränderungen durchmachte. Indem Forscher untersuchen, wie sich diese Amphibie von den Schaufelfußkröten unterschied, die heute in der Gegend leben, können sie rekonstruieren, wie sich das lokale Klima verschob und was das für die Arten bedeutete, die dort zu Hause waren.
Die Entdeckung unterstreicht auch den Wert alter Museumssammlungen. Die Fossilien lagerten jahrzehntelang im Lager und wurden von Generationen von Wissenschaftlern übersehen. Cruz sagte, wenn man alte Exemplare erneut studiert, kann man Gold darin finden. Seine Arbeit ist Teil einer größeren Anstrengung am Samuel Oschin Global Center for Ice Age Research an den La Brea Teergruben, das einen großen Umbau durchläuft, während das Museum seine Forschungsprogramme erweitert.
Dieser Fund ist eine Erinnerung daran, dass selbst gut untersuchte Fossilienstätten uns noch überraschen können. Die Kröte mag klein sein, aber sie hilft Wissenschaftlern, einen entscheidenden Moment in der Erdgeschichte zu verstehen, als die Eiszeit endete und die Welt, wie wir sie kennen, Gestalt annahm.