Ein fast 190 Jahre altes Museumsstück hat DNA geliefert, die bestätigt, dass eine eigene Pangolinart in Nepal und Nordindien offen vor aller Augen versteckt war. Die neu benannte Art Manis aurita wurde bisher mit den Chinesischen Pangolinen zusammengefasst, aber die genetische Analyse zeigt nun, dass es sich um eine eigene Linie handelt. Diese Entdeckung gibt Naturschützern ein neues Werkzeug, um illegal gehandelte Pangolinschuppen bestimmten Arten und Regionen zuzuordnen, was die Bemühungen zur Bekämpfung der Wilderei stärken könnte.
Ein Museumsstück schreibt den Stammbaum neu
Forscher des Field Museum und des Nepal Engineering College der Pokhara University haben über fünf Jahre die Evolution der Pangoline untersucht. Ihre Arbeit kombinierte DNA-Beweise mit körperlichen Merkmalen, um herauszufinden, wie viele Pangolinarten es gibt und wie sie miteinander verwandt sind. Der Schlüssel kam von einem Museumsstück, das vor fast zwei Jahrhunderten gesammelt wurde und dessen DNA half zu bestätigen, dass die Himalaya-Pangoline einen einzigartigen evolutionären Zweig darstellen.
Die Klassifikation hatte sich bereits 2025 geändert, als ein anderes Team die einst als Chinesische Pangoline bezeichneten Tiere in zwei Arten aufteilte. Eine lebt hauptsächlich in China, die andere, Manis indoburmanica genannt, bewohnt die Himalaya-Ausläufer in Nepal, Indien, Bhutan und Myanmar. Aber die wissenschaftliche Benennung folgt einer Prioritätsregel: Der früheste gültige Name hat Vorrang. Feijó und seine Kollegen, die bereits tief in ihrer eigenen jahrzehntelangen Studie steckten, erkannten, dass der ältere Name Manis aurita Vorrang hatte.
Warum lokale Gemeinschaften und Naturschützer sich kümmern
Pangoline sind mittelgroße Säugetiere, die nur in Afrika und Asien vorkommen, mit langen Schwänzen, gebogenen Krallen und überlappenden Schuppen, die sie fast prähistorisch aussehen lassen. Diese Schuppen sind auch ihr Fluch. Pangoline sind die am meisten gehandelten Säugetiere der Welt, stark von Wilderern bedroht, was viele Arten einem ernsthaften Aussterberisiko aussetzt. In Nepal und Nordindien wussten die lokalen Gemeinschaften seit langem, dass diese Tiere existieren, aber ohne eine bestätigte Artidentität war die Naturschutzplanung schwierig.
Die neuen Erkenntnisse, veröffentlicht in Communications Biology, klären, wo verschiedene Pangolinarten leben und wie man sie unterscheiden kann. Diese Informationen können Behörden helfen zu identifizieren, wo illegal gehandelte Pangoline gejagt werden. Wie der Forscher Narayan Koju anmerkte, liefert die Bestätigung eine starke wissenschaftliche Grundlage für Naturschutzplanung und Wildtierforensik, um eines der am meisten gehandelten Säugetiere der Welt vor dem Aussterben zu schützen.
Ein klareres Bild für den Schutz
Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Museumssammlungen und internationaler Zusammenarbeit. Ein fast zwei Jahrhunderte lang konserviertes Stück entpuppte sich als Schlüssel zu einem modernen Naturschutzrätsel. Durch die Bestätigung von Manis aurita als gültige Art haben Forscher Naturschützern ein präzises Ziel für Schutzbemühungen gegeben. Die Arbeit zeigt auch, dass langfristige Forschung unerwartete Ergebnisse liefern kann, selbst von Tieren, von denen man dachte, sie seien gut verstanden. Mit diesem neuen Wissen können die Bemühungen zur Bekämpfung der Wilderei und zum Schutz der Pangolinpopulationen gezielter und effektiver werden.