Eine neue Studie hat ergeben, dass langes Sitzen ohne Aufstehen von mehr als 30 Minuten mit einem höheren Risiko verbunden ist, an Krebs zu sterben. Das Risiko besteht selbst für Menschen, die regelmäßig Sport treiben, was darauf hindeutet, dass die Art, wie man sitzt, genauso wichtig sein könnte wie die Menge des Sitzens.
Die 30-Minuten-Grenze, die die Spielregeln ändert
Forscher analysierten Daten von mehr als 12.000 Erwachsenen in den Vereinigten Staaten, die mindestens zehn Stunden am Tag Aktivitätstracker trugen. Sie erfassten nicht nur die gesamte Sitzzeit, sondern auch, wie oft die Personen lange Sitzphasen unterbrachen. Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die länger als 30 Minuten am Stück saßen, im Nachbeobachtungszeitraum eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit hatten, an Krebs zu sterben.
Warum das Unterbrechen von Sitzzeiten Leben retten könnte
Die im Fachjournal Cancer Research veröffentlichte Studie kontrollierte Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und allgemeine körperliche Aktivität. Selbst bei Menschen, die die empfohlenen Bewegungsrichtlinien erfüllten, hatten diejenigen mit langen, ununterbrochenen Sitzblöcken ein höheres Krebssterberisiko. Die Forscher schlussfolgerten, dass das Sitzmuster, nicht nur die Gesamtsitzzeit, ein eigenständiger Risikofaktor ist.
Lokale Gesundheitsbehörden in den Vereinigten Staaten, wo die Studie durchgeführt wurde, haben dies zur Kenntnis genommen. Krebs bleibt die zweithäufigste Todesursache im Land, und öffentliche Gesundheitskampagnen konzentrierten sich lange auf Bewegung. Diese Studie legt nahe, dass der Ratschlag, einfach „öfter aufzustehen“, möglicherweise präziser sein muss: Stehen Sie mindestens jede halbe Stunde auf.
Die Ergebnisse reihen sich in eine wachsende Zahl von Belegen ein, dass sitzendes Verhalten eigene biologische Auswirkungen hat, unabhängig von Bewegungsmangel. Langes Sitzen könnte Entzündungen, Insulinresistenz und andere Prozesse beeinflussen, die das Krebswachstum fördern können.
Diese Studie beweist nicht, dass lange Sitzsitzungen Krebstod verursachen, aber sie zeigt einen starken Zusammenhang, der auch nach Berücksichtigung vieler anderer Faktoren bestehen blieb. Vorerst ist die Botschaft klar: Alle 30 Minuten kurz aufzustehen und sich zu bewegen, könnte eine einfache, kostengünstige Möglichkeit sein, das Risiko zu senken.