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Australien schafft erstes Sea Country Indigenous Protected Area

Australien hat sein erstes Sea Country Indigenous Protected Area ausgerufen, ein Meeresgebiet größer als Portugal, das von den Nyangumarta mit traditionellem Wissen verwaltet wird. Die neue Schutzzone umfasst rund 100.000...

Australien hat sein erstes Sea Country Indigenous Protected Area ausgerufen, ein Meeresgebiet größer als Portugal, das von den Nyangumarta mit traditionellem Wissen verwaltet wird. Die neue Schutzzone umfasst rund 100.000 Quadratkilometer Küsten- und Meeresgewässer vor der Nordwestküste des Landes.

Ein Meerespark, geleitet von uraltem Wissen

Das Sea Country Indigenous Protected Area erstreckt sich von der Küste nahe der Stadt Broome nordwärts entlang des Eighty Mile Beach. Dieses Gebiet ist ein kritischer Nistplatz für die Flatback-Schildkröte, eine Art, die nur in australischen Gewässern vorkommt. Die Nyangumarta, die seit Zehntausenden von Jahren an dieser Küste leben, haben nun die rechtliche Verwaltungsbefugnis über die Gewässer.

Wie die Nyangumarta die Schutzzone verwalten werden

Die Ausweisung ermöglicht es den Nyangumarta, ihr traditionelles ökologisches Wissen bei Naturschutzentscheidungen anzuwenden. Sie werden Schildkröten-Nistplätze überwachen, Fischereipraktiken verwalten und Seegraswiesen sowie Korallenriffe schützen. Die australische Regierung hat das Gebiet im Juni 2026 offiziell anerkannt und damit das erste Indigenous Protected Area geschaffen, das Ozeangebiete und nicht nur Land umfasst.

Warum dies lokal von Bedeutung ist

Für die Nyangumarta-Gemeinschaft ist das Meer keine Ressource, sondern ein lebendiger Teil ihrer kulturellen Identität. Sie nennen es „Sea Country“ und betrachten sich als Hüter von Land und Wasser. Die Einheimischen haben jahrelang beobachtet, wie industrielle Fischerei und Klimawandel Schildkrötenpopulationen und Fischbestände bedrohen. Dieser neue Status gibt ihnen rechtliche Befugnisse, um Schutzmaßnahmen durchzusetzen, die ihren traditionellen Gesetzen entsprechen.

Die Schaffung dieses Sea Country Indigenous Protected Area markiert einen Wandel in der australischen Naturschutzpolitik. Sie erkennt an, dass indigene Australier diese Gewässer seit Jahrtausenden effektiv verwalten und dass ihr Wissen mit der modernen Meereswissenschaft zusammenwirken kann. Die Nyangumarta haben nun die Autorität, über das zu entscheiden, was in ihren angestammten Gewässern geschieht.

Quelle: Mongabay

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