Zwei vor der Küste Brasiliens gesichtete Buckelwale wurden ursprünglich nahe Australien gesehen, was ihre Reise zur längsten jemals dokumentierten Wanderung ihrer Art macht. Einer der Wale legte mehr als 13.000 Kilometer über den Südlichen Ozean zurück, bevor er auf der anderen Seite des Südatlantiks erneut fotografiert wurde.
Eine wahre Pendelstrecke über zwei Ozeane
Die Forscher identifizierten die Wale, indem sie Fotos ihrer Schwanzmuster verglichen, die so einzigartig sind wie menschliche Fingerabdrücke. Der erste Wal wurde 2003 vor der Küste Australiens fotografiert. Mehr als zwei Jahrzehnte später wurde dasselbe Tier 2024 vor Brasilien gesichtet. Der zweite Wal wurde 2001 vor Australien und 2023 erneut vor Brasilien gesehen. Beide Tiere waren männlich und hatten die Überquerung von der pazifischen Seite des Südlichen Ozeans zur atlantischen Seite geschafft.
Warum lokale Wissenschaftler und Fischer aufmerksam wurden
Die Entdeckung wurde von einem Team aus Forschern aus Australien, Brasilien und den USA gemacht. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in einem Meeresbiologie-Journal. Die Wale waren nicht mit Sendern markiert. Stattdessen verließen sich die Forscher auf Bürgerwissenschaftler und Walbeobachtungsunternehmen, die Fotos der Tiere teilten. Lokale Fischergemeinden in Brasilien und Australien berichten seit Langem von Buckelwalen in ihren Gewässern, aber niemand erwartete, dass dieselben Individuen auf beiden Seiten des Kontinents auftauchen würden.
Buckelwale sind für lange Wanderungen bekannt, normalerweise zwischen kalten Futtergebieten und warmen Brutgebieten. Doch diese Reise ist weit länger als die typische Route. Die Forscher sagten, die Wale seien wahrscheinlich um die Südspitze Südamerikas geschwommen, nahe der Antarktis, um Brasilien zu erreichen. Dieser Weg fügt der üblichen Wanderdistanz tausende Kilometer hinzu.
Diese Rekordüberquerung zeigt, dass Buckelwale in der Lage sind, weiter zu reisen als Wissenschaftler bisher dachten. Sie wirft auch Fragen auf, wie diese Tiere ganze Ozeanbecken durchqueren, ohne sich zu verirren. Die Forscher merkten an, dass der Klimawandel die Nahrungsquellen der Wale verschieben könnte, was sie dazu bringen könnte, neue Routen zu erkunden. Sie bestätigten jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen der Rekordreise und der Erwärmung der Gewässer.
Die Erkenntnisse geben Meeresbiologen einen seltenen Einblick in das gesamte Bewegungsmuster eines einzelnen Wals über sein Leben hinweg. Für Menschen in Küstenstädten in Australien und Brasilien verwandelte die Nachricht einen vertrauten Anblick in etwas Außergewöhnliches. Derselbe Wal, der vor einem Strand in Queensland planschte, könnte Jahre später von Fischern vor der Küste von Bahia gesehen worden sein.