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🇩🇪 Deutschland Kosmische Wache 2 min

BepiColombo beginnt Ankunft am Merkur nach 8-jähriger Reise

Nach acht Jahren gemeinsamer Reise durch das innere Sonnensystem hat sich am 3. September 2026 ein kritisches Bauteil der Raumsonde BepiColombo vom Rest gelöst und damit eine der komplexesten planetaren Ankunftssequenzen...

Nach acht Jahren gemeinsamer Reise durch das innere Sonnensystem hat sich am 3. September 2026 ein kritisches Bauteil der Raumsonde BepiColombo vom Rest gelöst und damit eine der komplexesten planetaren Ankunftssequenzen eingeleitet, die die Europäische Weltraumorganisation je versucht hat. Die Trennung des Mercury Transfer Module (MTM) vom gestapelten Raumfahrzeug war der erste konkrete Schritt auf dem Weg in eine Umlaufbahn um den Merkur, den kleinsten und am wenigsten erforschten Gesteinsplaneten in unserer Nachbarschaft.

Ein Live-Blick aus dem Missionskontrollzentrum in Deutschland

Das Ereignis spielte sich vor einem weltweiten Publikum während eines Livestreams vom Europäischen Weltraumoperationszentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt ab. Die Zuschauer sahen den ikonischen Hauptkontrollraum, hörten Expertenkommentare und erhielten Einblicke hinter die Kulissen, was es bedeutet, eine Raumsonde zu steuern, die fast ein Jahrzehnt durch das innere Sonnensystem geflogen ist. Das erste Signal der Sonde nach der Trennung kam um 15:53 Uhr MESZ, der frühestmögliche Zeitpunkt, zu dem die Missionsmannschaften mit einer Nachricht von BepiColombo gerechnet hatten.

Warum die Trennung für die Ankunft am Merkur entscheidend ist

BepiColombo ist eine gemeinsame Mission von ESA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Das MTM war das Arbeitstier, das die Sonde mit solar-elektrischem Antrieb auf ihr Ziel zuschob und dabei schrittweise ihre Umlaufbahn um die Sonne veränderte. Mit dieser Aufgabe war das Modul nicht mehr nötig. Seine Trennung ermöglicht es dem verbleibenden Raumfahrzeugstapel, der zwei wissenschaftliche Orbiter umfasst, die heiklen Manöver durchzuführen, die für die Einfangung durch die Schwerkraft des Merkur erforderlich sind. Einwohner in Darmstadt und Weltraumbegeisterte weltweit schalteten ein, weil dies kein routinemäßiger Meilenstein war. Es war der Beginn einer Sequenz, die darüber entscheiden wird, ob die Mission letztlich die Zusammensetzung, das Magnetfeld und die Exosphäre des Merkur aus nächster Nähe untersuchen kann.

Der Livestream-Zeitplan zeigte das sorgfältige Tempo des Ereignisses: Trennung um 14:00 Uhr MESZ, eine Pause in der Übertragung, dann eine Wiederaufnahme um 15:30 Uhr, während die Teams auf das entscheidende Signal warteten, das bestätigte, dass die Sonde gesund war. Die Übertragung endete um 16:45 Uhr MESZ, aber die Arbeit hatte gerade erst begonnen. Die Ankunftssequenz wird in den kommenden Wochen fortgesetzt, wobei jeder Schritt BepiColombo näher an einen Planeten bringt, der zuvor nur von zwei anderen Missionen besucht wurde. Für die Wissenschaftler und Ingenieure, die Jahre auf diesen Moment gewartet haben, war die Trennung der Beweis, dass die anspruchsvollste Phase der Mission endlich begonnen hatte.

Quelle: ESA Science

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