Kurzüberblick: European Union · Wilde Entdeckungen · Neuer Befund · Verifiziert
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Die Pollensaison in Europa dauert heute bis zu einem Monat länger als noch vor drei Jahrzehnten. Eine neue wissenschaftliche Analyse zeigt, dass der Klimawandel direkt für diese dramatische Verlängerung verantwortlich ist – aus einer saisonalen Plage wird so eine langwierige Gesundheitsbelastung für Millionen. Die Veränderung verläuft zwar nicht überall gleich, ihre Auswirkungen sind jedoch kontinentweit spürbar.

Eine immer längere Saison des Niesens

Forscher unter anderem von der University of Munich und der University of Worcester untersuchten Pollendaten aus den Jahren 1987 bis 2018. Ihre Ergebnisse sind eindeutig: Die Pollensaison in Großbritannien und Kontinentaleuropa hat sich im Durchschnitt um 15 Tage verlängert. In einigen Regionen beginnt die Saison jetzt bis zu 20 Tage früher und endet bis zu 15 Tage später als Ende der 1980er Jahre. Diese Verschiebung ist keine kleine Kalenderkorrektur, sondern eine erhebliche Ausdehnung der Zeit, in der luftgetragene Allergene aktiv sind.

Klima als Haupttreiber

Die in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment veröffentlichte Studie zeigt mit klarem Finger auf die Ursache: Die längere Saison steht in starkem Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels. Wärmeres Wetter veranlasst Pflanzen, im Frühjahr früher mit der Pollenproduktion zu beginnen und sie im Herbst länger fortzusetzen. Das Forschungsteam kam zu dem Schluss, dass der Klimawandel der dominierende Faktor ist und mindestens die Hälfte der beobachteten Verlängerung erklärt. Andere Einflüsse, wie Änderungen der Landnutzung, spielten eine untergeordnete Rolle.

Was das für die Betroffenen bedeutet

Für etwa jeden fünften Erwachsenen in Großbritannien, der an Heuschnupfen leidet, und für Millionen weitere in Kontinentaleuropa ist dies ein spürbares und sich verschärfendes Lebensqualitäts-Problem. Eine längere Pollensaison bedeutet mehr Wochen mit Niesen, juckenden Augen und Erschöpfung. Sie führt zu mehr Tagen mit verringerter Produktivität bei der Arbeit und in der Schule sowie zu einer stärkeren Abhängigkeit von Antihistaminika und anderen Medikamenten. Die längere Exposition erhöht auch das Risiko, schwerwiegendere allergische Reaktionen oder Asthma zu entwickeln. Für die Menschen vor Ort ist dies relevant, weil es sich um eine direkte, persönliche Gesundheitsauswirkung handelt, die sie jedes Jahr spüren – und die immer belastender wird.

Die Bedeutung dieser Forschung liegt in der Quantifizierung einer direkten Folge des Klimawandels für die menschliche Gesundheit. Sie verlagert die Diskussion weg von abstrakten Temperaturkurven und schmelzenden Eiskappen hin zur alltäglichen Erfahrung eines beträchtlichen Teils der europäischen Bevölkerung. Die Daten stellen einen messbaren Zusammenhang zwischen globalen Klimatrends und lokalem, saisonalem Leiden her und beleuchten so eine klare und wachsende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit mit umweltbedingten Ursachen.

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Quelle: The Guardian World (European Union)