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🇳🇵 Nepal Wilde Entdeckungen 2 min

Experte: Schneeleoparden zählen ist weniger wichtig als Gemeinden zu helfen

Jahrzehntelang haben Naturschützer versucht, jeden Schneeleoparden in den Bergen Zentralasiens zu zählen. Doch Rodney Jackson, ein Biologe, der die Art seit über 40 Jahren erforscht, sagt jetzt, dass genaue Zahlen weit weniger...

Jahrzehntelang haben Naturschützer versucht, jeden Schneeleoparden in den Bergen Zentralasiens zu zählen. Doch Rodney Jackson, ein Biologe, der die Art seit über 40 Jahren erforscht, sagt jetzt, dass genaue Zahlen weit weniger wichtig sind als die lokalen Gemeinschaften im Land zu halten.

Jackson gründete die Snow Leopard Conservancy und verbrachte einen Großteil seiner Karriere in Nepal und den Nachbarländern. In einem kürzlichen Interview argumentierte er, dass die wirkliche Bedrohung für Schneeleoparden nicht Wilderei oder fehlende Daten sind. Es ist das langsame Verschwinden der Menschen, die seit Jahrhunderten Seite an Seite mit den Katzen leben.

Warum Hirten wichtiger sind als Kopfzahlen

Schneeleoparden leben in 12 Ländern, von Nepal bis zur Mongolei. Ihr Lebensraum ist rau, abgelegen und schwer zu erfassen. Regierungen und NGOs haben Millionen ausgegeben, um zu schätzen, wie viele noch übrig sind. Aber Jackson sagt, dass diese Bemühungen oft am Punkt vorbeigehen.

Er weist darauf hin, dass Schneeleoparden nie leicht zu zählen waren. Sie sind Einzelgänger, scheu und durchstreifen riesige Gebiete. Selbst die besten Kamerafallenstudien liefern nur grobe Schätzungen. Jackson glaubt, dass der Fokus auf Populationszahlen von der schwierigeren Arbeit ablenken kann, die Berggemeinschaften intakt zu halten.

Wenn Hirten ihre traditionellen Weiden aufgeben, erklärte Jackson, verändert sich die Landschaft. Viehweiden weichen Sträuchern und Bäumen. Diese Verschiebung kann die Anzahl wilder Beutetiere wie Blauschafe und Steinböcke verringern. Ohne ausreichend natürliche Nahrung greifen Schneeleoparden möglicherweise Haustiere an, was zu Konflikten und Vergeltungstötungen führt.

Die Verbindung zwischen Menschen und Raubtieren

Jackson hat dieses Muster im gesamten Verbreitungsgebiet der Schneeleoparden gesehen. In Nepal arbeitete er mit Gemeinden zusammen, um raubtiersichere Ställe zu bauen und Viehversicherungsprogramme einzurichten. Diese Bemühungen reduzierten Angriffe auf Herden und senkten die Zahl der aus Rache getöteten Leoparden.

Er betonte, dass die lokale Bevölkerung nicht das Problem ist. Sie sind die Lösung. Wenn Hirten auf dem Land bleiben und es gut bewirtschaften, profitiert das gesamte Ökosystem. Schneeleoparden erhalten eine stabile Nahrungsquelle. Die Wildbeuterpopulationen bleiben gesund. Und die Katzen sind weniger Bedrohungen durch externe Entwicklung oder Bergbau ausgesetzt.

Jackson merkte auch an, dass das Zählen von Schneeleoparden teuer ist. Das Geld, das für eine einzige Erhebung ausgegeben wird, könnte stattdessen jahrelange Gemeinschaftsschutzarbeit finanzieren. Er forderte eine Verschiebung der Prioritäten: zuerst in die Menschen investieren und die Katzen sich selbst überlassen.

Eine stille Krise im Hochgebirge

Der Schneeleopard wird von der IUCN als gefährdet eingestuft. Klimawandel, Bergbau und Infrastrukturprojekte stellen alle Risiken dar. Aber Jackson warnte, dass die am meisten übersehene Gefahr der Verlust von traditionellem Wissen und Landnutzung ist.

Junge Menschen in vielen Bergregionen ziehen für Bildung und Arbeit in die Städte. Ältere Hirten gehen in den Ruhestand, ohne dass jemand ihren Platz einnimmt. Wenn die menschliche Bevölkerung dünner wird, wird die Landschaft für Schneeleoparden unwirtlicher.

Jacksons Botschaft ist einfach. Naturschutzgruppen sollten aufhören, sich über genaue Zahlen zu besessen, und stattdessen die Gemeinschaften unterstützen, die die Berge mit den Schneeleoparden teilen. Wenn die Hirten gehen, könnten die Katzen nicht weit dahinter sein.

Quelle: Mongabay

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