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Kambodscha will nach 20 Jahren wieder Tiger ansiedeln

Kambodscha möchte fast 20 Jahre nachdem die Art dort als funktionell ausgestorben galt, wieder Bengal-Tiger in seine Wälder bringen. Die Regierung hat eine Vereinbarung mit einer indischen Non-Profit-Organisation unterzeichnet...

Kambodscha möchte fast 20 Jahre nachdem die Art dort als funktionell ausgestorben galt, wieder Bengal-Tiger in seine Wälder bringen. Die Regierung hat eine Vereinbarung mit einer indischen Non-Profit-Organisation unterzeichnet, um die Tiere aus Indien zu beziehen, wo sich der Bestand in den letzten Jahrzehnten erholt hat.

Ein Plan, Tiger von den Toten zurückzuholen

Der Plan konzentriert sich auf die Cardamom Mountains, eine riesige Regenwaldlandschaft im Südwesten Kambodschas. Beamte sagen, dass sie Tiger im Phnom Prich Wildlife Sanctuary und im Mondulkiri Protected Forest auswildern werden, zwei Gebiete, die im Osten des Landes aneinandergrenzen. Das Ziel ist es, innerhalb von zehn Jahren eine Zuchtpopulation von etwa 25 Tigern aufzubauen.

Warum die lokalen Gemeinschaften genau hinschauen

Die Menschen, die in der Nähe dieser Wälder leben, sind für Nahrung und Einkommen auf sie angewiesen. Viele Familien sammeln Harz von Bäumen, jagen Kleintiere und ernten Nichtholz-Waldprodukte. Einige Dorfbewohner befürchten, dass eine Wiederansiedlung von Tigern neue Einschränkungen für ihren Zugang zum Wald bringen könnte. Andere sehen darin eine Chance auf Arbeitsplätze im Ökotourismus und im Schutz der Parks. Die Regierung hat versprochen, die lokalen Gemeinschaften in den Planungsprozess einzubeziehen.

Was passiert ist und wer beteiligt ist

Der letzte Tiger in Kambodscha wurde 2007 von einer Kamerafalle fotografiert. Wilderei und Lebensraumverlust hatten die Population zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelöscht. Der neue Plan ist eine Partnerschaft zwischen dem kambodschanischen Umweltministerium und dem Wildlife Conservation Trust, einer indischen Non-Profit-Organisation, die in Indien erfolgreich Tiger wiederangesiedelt hat. Indien hat zugestimmt, die Gründertiere aus seinen Wildbeständen zur Verfügung zu stellen. Die ersten Tiger könnten bereits 2027 eintreffen, vorbehaltlich endgültiger Genehmigungen und Lebensraumbewertungen.

Die Bedeutung der Rückkehr eines Spitzenprädators

Tiger stehen an der Spitze der Nahrungskette und ihre Anwesenheit kann ganze Ökosysteme umgestalten. Wenn sie verschwinden, vermehren sich Beutetiere wie Hirsche und Wildschweine, was zu Überweidung und Waldzerstörung führen kann. Die Rückkehr der Tiger könnte dieses natürliche Gleichgewicht wiederherstellen. Aber der Plan birgt auch Risiken. Wilderei bleibt eine Bedrohung, und die Wälder müssen sicher genug sein, um die Tiere zu schützen. Kambodscha kämpft seit Jahrzehnten mit illegalem Wildtierhandel. Der Erfolg der Wiederansiedlung wird davon abhängen, ob das Land sein Versprechen halten kann, die Tiger zu schützen, sobald sie angekommen sind.

Quelle: Mongabay

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