Eine Raumsonde, die nach anderen Erden suchen soll, wurde kürzlich eine volle Minute lang heftig durchgeschüttelt, um sicherzustellen, dass sie auf dem Weg nach oben nicht auseinanderbricht. Die Plato-Mission der Europäischen Weltraumorganisation hat ihre erste große physische Prüfung bestanden: eine Reihe von Vibrationstests, die die brutalen Kräfte eines Raketenstarts simulieren.
## Den Schütteltest überstanden
Ingenieure montierten die Plato-Raumsonde auf einen speziellen 'Quad'-Rüttler und rüttelten sie auf und ab. In anderen Testphasen bewegte ein seitlicher Rüttler das Gefährt hin und her. Jeder einminütige Testlauf steigerte die Rüttelfrequenz schrittweise von 5 auf 100 Schwingungen pro Sekunde. Bei den höchsten Frequenzen wird die Bewegung zum verschwommenen Bild, aber das innere Dröhnen der Raumsonde wird lauter, wenn sie Resonanzfrequenzen erreicht und mit intensiver Energie vibriert.
## Wozu die brutale Vorab-Durchschüttelung?
Die ersten Minuten des Fluges eines Satelliten sind die härtesten, da er extremen Vibrationen der Raketentriebwerke ausgesetzt ist. Indem sie Plato am Boden diesen dramatischen Belastungen aussetzen, verifizieren die Ingenieure, dass kein Teil seiner Hardware während des eigentlichen Starts beschädigt wird. Dieser Prozess ist ein entscheidender Schritt für die Qualifizierung der Raumsonde für ihre Reise.
## Eine ganze Reihe von Weltraum-Prüfungen
Plato durchläuft eine komplette Serie von Tests vor dem Start. Nach Bestehen der Vibrationstests wurde die Raumsonde in eine Akustikkammer verlegt, wo sie mit ohrenbetäubenden Geräuschpegeln beschallt wurde, die einem Start entsprechen. Auch dieser Test verlief wie erwartet. In der nächsten Phase wird Plato in die größte Vakuumkammer Europas, den Large Space Simulator, gebracht, um zu bestätigen, dass er den extremen Temperaturen und der Leere des Weltraums standhält.
Die Mission, eine Zusammenarbeit zwischen der ESA und einem europäischen Konsortium von Forschungszentren und Industrieunternehmen unter der Leitung von OHB, ist auf Kurs für den geplanten Start mit einer Ariane-6-Rakete im Januar 2027. Einmal im Orbit, wird Plato mit seinem Array aus 26 Kameras nach erdähnlichen Planeten suchen, die sonnenähnliche Sterne umkreisen, mit einem Fokus auf Welten in der habitablen Zone. Der erfolgreiche Vibrationstest markiert einen greifbaren, physischen Schritt, um diese wissenschaftliche Vision in die Realität umzusetzen.