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Satellit entdeckt warme Wasserwelle, die oft El Niño ankündigt

Ein Satellit, der Hunderte Kilometer über der Erde kreist, hat eine riesige Ausbuchtung warmen Wassers entdeckt, die sich über den Pazifik bewegt. Diese Ausbuchtung, Kelvinwelle genannt, ist ein bekanntes Zeichen dafür, dass ein...

Ein Satellit, der Hunderte Kilometer über der Erde kreist, hat eine riesige Ausbuchtung warmen Wassers entdeckt, die sich über den Pazifik bewegt. Diese Ausbuchtung, Kelvinwelle genannt, ist ein bekanntes Zeichen dafür, dass ein El Niño bevorstehen könnte.

Der internationale Satellit Sentinel-6 Michael Freilich, betrieben von der NASA und Partnern, hat die Welle auf ihrem Weg nach Osten entlang des Äquators erfasst. Bis Mai war das warme Wasser vor der Küste Südamerikas angekommen.

Eine langsame Welle, die das Wetter weltweit verändert

Kelvinwellen sind nicht die Art von Wellen, die Surfer reiten. Es sind breite, langsame Schwellen warmen Wassers, die entlang der Meeresoberfläche wandern. Diese erstreckte sich über Hunderte Kilometer über den äquatorialen Pazifik.

Wenn die Welle nach Osten zieht, schiebt sie warmes Wasser in Richtung Amerika. Dieses warme Wasser kann normale Wind- und Regenmuster stören. Wenn Kelvinwellen stark genug sind, können sie einen El Niño auslösen, ein Klimamuster, das das Wetter weltweit beeinflusst.

Warum Fischer und Landwirte genau hinschauen

Für Menschen an der Pazifikküste Südamerikas ist eine Kelvinwelle mehr als eine wissenschaftliche Kuriosität. Fischer in Peru und Ecuador wissen seit Langem, dass warmes Wasser Fische von der Oberfläche vertreiben kann. Landwirte in der Region achten auf Veränderungen im Niederschlag, die ihre Ernten überschwemmen oder austrocknen können.

Die Satellitendaten geben Wissenschaftlern einen Vorsprung. Indem sie die Höhe der Meeresoberfläche aus dem Weltraum verfolgen, können sie die Welle Wochen oder Monate vor ihrem Eintreffen an Land erkennen. Diese Frühwarnung hilft Regierungen, sich auf mögliche Dürren, Überschwemmungen oder Verschiebungen der Fangsaison vorzubereiten.

Was der Satellit sieht, was Menschen nicht können

Der Satellit Sentinel-6 misst den Meeresspiegel mit bemerkenswerter Präzision. Er sendet Radarsignale zur Meeresoberfläche und zeichnet auf, wie lange sie für die Rückkehr brauchen. Warmes Wasser dehnt sich aus und hebt den Meeresspiegel an, sodass ein Anstieg der Meereshöhe zeigt, wo sich warmes Wasser sammelt.

In diesem Fall zeigte der Satellit ein klares Band erhöhter Meereshöhe, das sich ostwärts über den Pazifik bewegte. Dieses Band ist die Kelvinwelle. Wissenschaftler der NASA und anderer Behörden beobachten nun, ob sie in den kommenden Monaten zu einem vollständigen El Niño führt.

Dieselben Satellitendaten helfen auch dabei, den langfristigen, durch den Klimawandel verursachten Meeresspiegelanstieg zu verfolgen. Doch derzeit liegt der Fokus auf dieser warmen Welle und dem, was sie für das kommende Jahr bedeuten könnte.

Quelle: NASA

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