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Uralter Amazonasboden lässt Bäume in Wiederaufforstungsgebieten schneller wachsen

Pinkfarbene Ipê-Bäume wuchsen mehr als doppelt so schnell, wenn sie in einen mysteriösen schwarzen Boden gepflanzt wurden, den die alten Amazonasbewohner hinterlassen haben. Wissenschaftler in Brasilien haben herausgefunden, dass...

Pinkfarbene Ipê-Bäume wuchsen mehr als doppelt so schnell, wenn sie in einen mysteriösen schwarzen Boden gepflanzt wurden, den die alten Amazonasbewohner hinterlassen haben. Wissenschaftler in Brasilien haben herausgefunden, dass diese dunkle Erde, die von indigenen Völkern vor Jahrhunderten geschaffen wurde, die Wiederaufforstung auf degradiertem Land enorm beschleunigen kann.

Ein Bodenrezept, das vor Jahrhunderten zubereitet wurde

Dunkle Erde ist nicht natürlich. Präkolumbianische Bewohner des Amazonas schufen sie, indem sie Holzkohle, Knochen, Tonscherben und organische Abfälle in den typischerweise armen, sauren Boden der Region einmischten. Das Ergebnis ist eine fruchtbare, dunkel gefärbte Schicht, die Nährstoffe und Wasser weitaus besser speichert als der umliegende Boden. Forscher der Universität São Paulo und anderer Institutionen testeten diesen alten Boden in einem kontrollierten Experiment. Sie pflanzten Setzlinge von pinkem Ipê, Paricá und anderen einheimischen Baumarten in Töpfe, die entweder dunkle Erde oder normalen Amazonasboden enthielten. Nach 90 Tagen waren die Bäume in dunkler Erde deutlich größer gewachsen und hatten mehr Biomasse produziert. Ipê-Setzlinge in dunkler Erde erreichten eine durchschnittliche Höhe von 38 Zentimetern, verglichen mit nur 16 Zentimetern in gewöhnlichem Boden.

Warum Einheimische Hoffnung in alte Erde setzen

Das Experiment fand im Bundesstaat Pará im östlichen Amazonasgebiet statt. Diese Region hat große Waldflächen durch Viehzucht und Landwirtschaft verloren. Wiederaufforstungsprojekte haben oft Schwierigkeiten, weil der zurückgebliebene Boden zu ausgelaugt ist, um junge Bäume zu tragen. Dunkle Erde bietet eine mögliche Lösung. Die Studie zeigte, dass bereits die Zugabe von 20 Prozent dunkler Erde zu degradiertem Boden starke Wachstumsergebnisse erzielte. Lokale Gemeinschaften und Naturschutzgruppen sind interessiert, weil das Material in vielen Teilen des Amazonas bereits vorhanden ist. Es ist kein synthetischer Dünger oder ein importiertes Produkt. Es ist ein Erbe der Menschen, die dort lange vor der modernen Abholzung lebten.

Eine lebendige Verbindung zwischen vergangenen und zukünftigen Wäldern

Die Entdeckung ist wichtig, weil sie zwei dringende Ziele verbindet: den Schutz des archäologischen Erbes und die Wiederherstellung verlorener Ökosysteme. Dunkle Erdstätten sind selbst historische Schätze, die geschützt werden müssen. Aber die Studie legt nahe, dass die sorgfältige Verwendung kleiner Mengen dieser Erde helfen könnte, Wälder auf Land wiederherzustellen, das seit Jahren kahl ist. Die Forscher betonten, dass sie nicht für den großflächigen Abbau dunkler Erde plädieren. Stattdessen sehen sie darin ein Vorbild für die Schaffung neuer fruchtbarer Böden mit denselben alten Techniken. Wenn moderne Bauern und Wiederaufforstungsarbeiter lernen, ihre eigene dunkle Erde herzustellen, müssen sie möglicherweise nicht die alten Stätten ausgraben. Die Studie wurde in der Zeitschrift Frontiers in Soil Science veröffentlicht. Sie fügt dem wachsenden Bereich der tropischen Waldwiederherstellung ein praktisches, technikarmes Werkzeug hinzu.

Quelle: Mongabay

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