Mausembryonen, die ins All geschickt wurden, überlebten nicht. Chinesische Wissenschaftler sagen, der Befund sei eine deutliche Warnung für alle, die davon träumen, Babys außerhalb der Erde zu bekommen.
Ein gescheitertes Experiment an Bord eines Frachtraumschiffs
Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften luden 2017 640 Mausembryonen auf das Frachtraumschiff Tianzhou-1. Das Raumschiff umkreiste die Erde vier Tage lang. Als die Embryonen zurückkamen, hatte sich keiner zu einem normalen Fötus entwickelt. Die meisten hatten im Zweizellstadium aufgehört zu wachsen. Einige zeigten schwere strukturelle Schäden.
Das Team veröffentlichte die Ergebnisse 2024 in einer Fachzeitschrift mit Peer Review. Die Studie wurde von Forschern des Instituts für Zoologie in Peking geleitet. Sie wollten testen, ob Säugetierembryonen den Start und die Schwerelosigkeit im All überleben können.
Warum lokale Wissenschaftler und Raumfahrtbehörden aufmerksam wurden
China hat ehrgeizige Pläne für langfristige bemannte Raumflüge, darunter eine permanente Raumstation und künftige Missionen zum Mond. Wenn Menschen jahrelang im All leben, wird Fortpflanzung zu einer echten Frage. Die Studie deutet darauf hin, dass die frühesten Entwicklungsstadien am verletzlichsten sein könnten.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Schwerelosigkeit die Bildung der Blastozyste störte, einer Struktur, die sich wenige Tage nach der Befruchtung bildet. Ohne eine gesunde Blastozyste kann eine Schwangerschaft nicht fortschreiten. Die Embryonen zeigten auch Veränderungen in der Genexpression im Zusammenhang mit Zellteilung und Stoffwechsel.
Ein Lichtblick für die zukünftige Forschung
Das Experiment war kein totaler Verlust. Die Forscher stellten fest, dass einige Embryonen das Blastozystenstadium erreichten, wenn auch keiner sich weiterentwickelte. Das deutet darauf hin, dass Säugetierembryonen mit zusätzlichem Schutz oder künstlicher Schwerkraft eine Chance haben könnten. Das Team plant nun Folgeexperimente auf Chinas Raumstation Tiangong, um zu testen, ob eine Zentrifuge, die Schwerkraft simuliert, die Ergebnisse verbessern könnte.
Für den Moment ist die Botschaft klar. Das All ist kein freundlicher Ort für neues Leben. Aber die Arbeit hat gerade erst begonnen.