Die Weltgesundheitsorganisation hat den ersten molekularen Test für das Bundibugyo-Virus in ihre Notfallzulassungsliste aufgenommen. Der Test erkennt ein Filovirus, das tödliche Ausbrüche in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo verursacht hat, für das es aber bislang kein zugelassenes Diagnosewerkzeug für den Notfalleinsatz gab.
Ein Test für ein Virus, das sich im Verborgenen hält
Das Bundibugyo-Virus gehört zur gleichen Familie wie Ebola. Es wurde erstmals 2007 während eines Ausbruchs im ugandischen Bundibugyo-Distrikt identifiziert. Seitdem trat es 2012 in der Demokratischen Republik Kongo und 2014 erneut in Uganda auf. Zu den Symptomen gehören Fieber, Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen innere Blutungen. Da diese Anzeichen anderen viralen hämorrhagischen Fiebern ähneln, hatten Gesundheitshelfer Schwierigkeiten, es ohne Laborbestätigung von Ebola oder Marburg zu unterscheiden.
Der neue Test, der Altona Diagnostics RealStar Filovirus Screen RT PCR Kit 2.0, läuft auf Standard-PCR-Geräten. Er weist genetisches Material des Bundibugyo-Virus in Blutproben nach. Die WHO-Listung bedeutet, dass der Test internationale Standards für Qualität, Sicherheit und Leistung erfüllt. Länder können ihn nun während Ausbrüchen beschaffen und einsetzen, ohne separate langwierige Zulassungsverfahren durchlaufen zu müssen.
Warum lokale Gesundheitshelfer auf schnellere Erkennung drängten
Im ländlichen Uganda, wo das Virus erstmals auftrat, fehlt es Krankenhäusern oft an fortgeschrittenen Laboren. Proben müssen zum Uganda Virus Research Institute in Entebbe oder zu Referenzlaboren im Ausland transportiert werden. Diese Verzögerung kann Tage dauern. In dieser Zeit können Patienten unerkannt sterben, und das Virus kann sich auf Pflegekräfte und Familienmitglieder ausbreiten.
Lokale Gesundheitsbeamte fordern seit langem einen Test, der schnell im Feldeinsatz verwendet werden kann. Die WHO-Listung garantiert nicht, dass der Test morgen in jeder Klinik verfügbar ist, aber sie räumt eine große regulatorische Hürde aus dem Weg. Hersteller können den Test nun an gefährdete Länder liefern, und internationale Gesundheitsbehörden können ihn für schnelle Einsätze bevorraten.
Ein leiser Schritt mit lauten Auswirkungen auf die Ausbruchskontrolle
Das Notfallzulassungsverfahren wurde während des Ebola-Ausbruchs 2014 2016 in Westafrika geschaffen. Es erlaubt der WHO, medizinische Produkte bei gesundheitlichen Notlagen schnell zuzulassen. Für das Bundibugyo-Virus ist dies das erste Mal, dass ein Diagnostikum diesen Status erhalten hat.
Ohne einen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische Behandlung für das Bundibugyo-Virus ist die Früherkennung die wichtigste Verteidigung. Der Test gibt Gesundheitshelfern ein Werkzeug, um Fälle früher zu identifizieren, Patienten schneller zu isolieren und Kontakte nachzuverfolgen, bevor das Virus an Fahrt gewinnt. Für Gemeinschaften, die Ausbrüche erlebt haben, kann dieser Unterschied weniger Beerdigungen und weniger Angst bedeuten.