Die gleiche App, die dir sagt, welcher Vogel vor deinem Fenster singt, wird bald zu einem Werkzeug, um sie zu retten. Die Merlin Bird ID App, entwickelt vom Cornell Lab für Ornithologie in den USA, wird bald automatisch die Echtzeit-Vogelbestimmungen der Nutzer in eBird einspeisen, eine der größten bürgerwissenschaftlichen Biodiversitätsdatenbanken der Welt. Das bedeutet, dass jedes Mal, wenn jemand sein Handy auf einen Vogel richtet und einen Namen erhält, diese Daten Wissenschaftlern helfen könnten, Arten zu schützen, die vom Aussterben bedroht sind.
Ein Hörnetzwerk, das nie schläft
Seit 2021 nutzt die kostenlose Merlin App maschinelles Lernen, um Vögel anhand ihres Gesangs fast sofort zu identifizieren. Sie hört den Vogelgesang, gleicht ihn mit einer Bibliothek von Aufnahmen ab und zeigt dem Nutzer ein Bild und den Namen der Art. Die Technologie funktioniert in Echtzeit, selbst in lauten Umgebungen. Jetzt plant das Cornell Lab, diese Identifikationen direkt mit eBird zu verknüpfen, einer globalen Online-Datenbank, die bereits mehr als 2 Milliarden Vogelbeobachtungsdatensätze enthält. Das Update wird jeden Merlin-Nutzer in einen Feldforscher verwandeln, der ohne zusätzlichen Aufwand Daten sammelt.
Warum lokale Vogelbeobachter und Wissenschaftler sich darum kümmern
Die Änderung ist wichtig, weil eBird von Naturschützern, Forschern und Regierungsbehörden genutzt wird, um Vogelpopulationen zu verfolgen und Arten im Rückgang zu identifizieren. Derzeit ist eBird darauf angewiesen, dass Menschen manuell Checklisten der Vögel einreichen, die sie sehen oder hören. Merlins automatische Uploads werden eine Flut neuer, hochwertiger Daten von Orten hinzufügen, die selten untersucht werden. Für lokale Gemeinschaften bedeutet dies bessere Informationen darüber, welche Vögel in ihren eigenen Gärten und Parks gedeihen und welche verschwinden. Das Cornell Lab hofft, dass die Daten helfen werden, Schutzmaßnahmen für gefährdete Vögel zu zielen, bevor es zu spät ist.
Was als Nächstes passiert
Das Update befindet sich noch in der Entwicklung, und das Cornell Lab hat kein Veröffentlichungsdatum bekannt gegeben. Wenn es kommt, können Nutzer sich entscheiden, ihre Merlin-Erkennungen mit eBird zu teilen. Die App wird weiterhin wie zuvor funktionieren, aber mit der zusätzlichen Fähigkeit, zu einer globalen wissenschaftlichen Aufzeichnung beizutragen. Das Labor sagt, dass das System die Privatsphäre der Nutzer schützen wird, während die Daten für die Forschung verfügbar gemacht werden.
Dies ist keine Geschichte über ein neues Gerät. Es ist eine Geschichte über den Maßstab. Indem Millionen von gelegentlichen Zuhörern in ein koordiniertes Beobachtungsnetzwerk verwandelt werden, könnte das Merlin-Update Wissenschaftlern das klarste Bild davon geben, wo Vögel sind und wo sie verschwinden.