Das extreme Feuerwetter, das Kanadas verheerende Waldbrandsaison 2023 antrieb, war laut einer neuen Attributionsstudie doppelt so wahrscheinlich wegen des Klimawandels. Forscher fanden heraus, dass die vom Menschen verursachte Erwärmung die Chancen auf heiße, trockene und windige Bedingungen, die Brände im ganzen Land wüten ließen, erheblich erhöhte.
Eine Saison voller Rauch und Flammen
Kanada erlebte 2023 seine schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen, mit mehr als 18 Millionen verbrannten Hektar. Rauch dieser Brände zog in große Städte, färbte den Himmel in Toronto orange und löste Luftqualitätswarnungen in ganz Nordamerika aus. Die neue Studie, geleitet von Wissenschaftlern bei Environment and Climate Change Canada, konzentrierte sich auf den Feuerwetterindex, ein Maß dafür, wie förderlich die Bedingungen für die Entzündung und Ausbreitung von Bränden sind.
Was die Zahlen zeigen
Das Team analysierte Wetterdaten und Klimamodelle, um das heutige Klima mit einer Welt ohne vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen zu vergleichen. Sie fanden heraus, dass der Klimawandel die extremen Feuerwetterbedingungen in Ostkanada bis zu doppelt so wahrscheinlich machte. In Westkanada war der Einfluss geringer, aber immer noch vorhanden. Die Studie stellte auch fest, dass wärmere Frühlingstemperaturen und frühere Schneeschmelze die Feuersaison verlängerten und den Bränden mehr Zeit zum Wachsen gaben.
Lokale Gemeinschaften spürten die Auswirkungen direkt. Tausende Menschen wurden aus ihren Häusern evakuiert, und Feuerwehrleute kämpften monatelang gegen die Flammen. Die Autoren der Studie sagten, die Ergebnisse unterstrichen, wie schnell der Klimawandel das Brandrisiko in Kanada verändert, einem Land, in dem Wälder weite Gebiete bedecken und Feuer ein natürlicher Teil des Ökosystems ist. Aber das Ausmaß der Saison 2023 war beispiellos, und die Forschung zeigt, dass der menschliche Einfluss das Feuerwetter über historische Normen hinaus treibt.
Die Studie ergänzt eine wachsende Zahl von Beweisen, die den Klimawandel mit extremen Waldbrandereignissen weltweit verbinden. Für Kanadier bedeutet das, dass die Bedingungen, die 2023 so zerstörerisch machten, nicht mehr selten sind. Die Forschung sagt nicht die Zukunft voraus, aber sie klärt die Gegenwart: Die Feuersaison ist jetzt länger, heißer und gefährlicher wegen der Treibhausgase, die bereits in der Atmosphäre sind.