Ein Wettersatellit, der Blitze und Stürme in beispielloser Detailgenauigkeit verfolgen wird, ist nun in einer Ariane-6-Rakete versiegelt, der Start ist für Donnerstagabend aus Französisch-Guayana geplant. Der Meteosat Third Generation Imager2, kurz MTG-I2, wurde in die Nutzlastverkleidung der Rakete abgesenkt und auf den Träger gehoben, der senkrecht auf der Startrampe steht. Die mobile Montagehalle wird vor dem Countdown wegrollen und die Rakete für ihren abendlichen Abflug freilegen.
Ein Satellit, gebaut, um Stürme wie nie zuvor zu sehen
MTG-I2 ist der zweite Imager in der neuen Meteosat-Third-Generation-Konstellation Europas, einer gemeinsamen Anstrengung der Europäischen Weltraumorganisation und Thales Alenia Space. Er wird mindestens achteinhalb Jahre im Orbit verbringen und Daten zu Blitzen, Atmosphäre, Wolken und sich entwickelnden Stürmen sammeln. Der Satellit soll die Wettervorhersagen in Europa und Nordafrika verbessern und Meteorologen einen schärferen Blick auf sich schnell bildende schwere Unwetter ermöglichen.
Die Reise des Satelliten zur Startrampe begann in Reinräumen in Cannes, Frankreich, wo er thermischen Vakuumtests unterzogen wurde. Anschließend reiste er per Schiff von Frankreich zum Hafen Pariacabo in Französisch-Guayana und wurde zum europäischen Weltraumbahnhof transportiert. Dort inspizierten Teams jedes Scharnier, jede Schraube und jede Oberfläche und führten einen Fit-Check mit dem Trägeradapter durch, um sicherzustellen, dass alles perfekt ausgerichtet war.
Letzte Checks und eine Verkleidung mit einem Patch
In der Gefahrenverarbeitungsanlage wurde die Treibstoffbeladung abgeschlossen und der Satellit auf einem Nutzlasttransporter positioniert. Die beiden Hälften der Ariane-6-Verkleidung wurden zusammengefügt und der Kegel über MTG-I2 gesenkt. Das obere Segment mit dem Satelliten im Inneren wurde dann auf die Rakete gehoben, die bereits senkrecht in der mobilen Montagehalle stand. Ein MTG-I2-Patch und das ESA-Logo wurden für den neunten Ariane-6-Start auf der Verkleidung angebracht.
Sieben ESA-Teammitglieder sind vor Ort in Französisch-Guayana und überwachen die letzten Vorbereitungen. Der Start wird die erste Familie der MTG-Satelliten vervollständigen und einen Meilenstein für die europäische Wetterüberwachung markieren. Einmal im Orbit wird MTG-I2 sich seinem Vorgänger anschließen und kontinuierliche, hochauflösende Daten liefern, die Leben retten könnten, indem sie frühere Warnungen vor schweren Stürmen ermöglichen.