Bevor sie untersuchen kann, wie die Erde auf die Teilchen- und Strahlungsströme der Sonne reagiert, musste die Smile-Raumsonde eine außergewöhnliche Reise um die Erde absolvieren. Diese Reise endete am europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana, wo die Sonde die letzten Startvorbereitungen durchlief.
Betankung, Verkapselung und eine Fahrt mit der Vega-C
Arbeiter am Weltraumbahnhof betankten Smile und versiegelten sie in ihrer schützenden Nutzlastverkleidung. Dann traf die Raumsonde auf den Rest der Vega-C-Rakete, die sie in den Orbit bringen wird. Diese Rakete, die als Vega-C-Flug VV29 bezeichnet wird, ist 35 Meter hoch und wiegt auf der Startrampe 210 Tonnen. Sie wird drei Feststoffstufen verwenden, um Smile ins All zu befördern, gefolgt von einer vierten Flüssigtreibstoffstufe für eine präzise Aussetzung in der Erdumlaufbahn.
Eine gemeinsame Mission zur Beobachtung des magnetischen Schutzschilds der Erde
Smile steht für Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer. Es ist eine gemeinsame europäisch-chinesische Mission, die untersuchen soll, wie der Sonnenwind mit dem magnetischen Umfeld der Erde interagiert. Die Raumsonde wird einen einzigartigen, stark elliptischen Orbit einnehmen. In den nächsten drei Jahren wird sie alle zwei Tage hoch über dem Nordpol vorbeifliegen. Von diesem Aussichtspunkt aus wird Smile Röntgen- und Ultraviolettaufnahmen des magnetischen Schutzschilds der Erde und des Nordlichts sammeln.
Warum es die Einheimischen interessierte
Für die Menschen in Französisch-Guayana stellte der Start von Smile mit der Vega-C VV29 einen weiteren Schritt in der Rolle der Region als Tor zum Weltraum dar. Der europäische Weltraumbahnhof ist ein bedeutendes wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum, und jede Mission bringt Aufmerksamkeit und Aktivität in die Gegend. Der Anblick einer 35 Meter hohen Rakete, die eine Sonde zur Erforschung des Sonneneinflusses auf die Erde trägt, ist eine Quelle lokalen Stolzes.
Die Smile-Mission soll nun ihre dreijährige Studie des Sonnenwinds und des magnetischen Schutzschilds der Erde beginnen. Ihre Bilder aus großer Höhe über dem Nordpol werden Wissenschaftlern helfen zu verstehen, wie unser Planet auf den ständigen Teilchenstrom und die Strahlungsausbrüche der Sonne reagiert.