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Galileo Satelliten lernen im Orbit zu chatten mit neuen Antennen

Europas nächste Generation von Galileo Satelliten wird im Weltraum miteinander kommunizieren können, indem sie Nachrichten von Satellit zu Satellit weiterleiten, ohne dass eine Bodenstation in Sichtweite sein muss. Die...

Europas nächste Generation von Galileo Satelliten wird im Weltraum miteinander kommunizieren können, indem sie Nachrichten von Satellit zu Satellit weiterleiten, ohne dass eine Bodenstation in Sichtweite sein muss. Die entscheidende Hardware, die Intersatellitenverbindungsantennen, hat nun eine Reihe von anstrengenden Bodentests bestanden und ist bereit, in die Raumfahrzeuge eingebaut zu werden. Das bedeutet, dass das Konstellationssystem nicht mehr vollständig darauf angewiesen sein wird, von der Erde aus sichtbar zu sein, um kritische Zeit- und Standortdaten auszutauschen.

15 Millionen Neuausrichtungen in einem Schweizer Labor

Jeder neue Galileo Satellit wird zwei Intersatellitenverbindungsterminals tragen. Alle 40 Sekunden wird ein Ausrichtungsmechanismus im Inneren des Terminals die Antenne schwenken, um auf einen anderen Satelliten zu zielen. Über eine Lebensdauer von 15 Jahren summiert sich das auf etwa 12 Millionen Neuausrichtungen. Um zu beweisen, dass der Mechanismus diese Arbeitslast überstehen kann, ohne jemals repariert zu werden, führten Ingenieure einen Marathon-Test in den Einrichtungen von Beyond Gravity in der Schweiz durch. Der Mechanismus richtete sich 15 Millionen Mal hintereinander neu aus, ein Test, der im März 2026 abgeschlossen wurde. Er übertraf die erwartete Lebensdaueranforderung.

Tests für das Vakuum des Weltraums

Während der Schweizer Test lief, wurde ein zweites Modell des Antennenausrichtungsmechanismus elektromagnetischen Verträglichkeitstests und Mikrovibrationstests im technischen Zentrum der ESA in Noordwijk, Niederlande, unterzogen. Diese Tests bestätigten, dass die Hardware in der rauen Weltraumumgebung ordnungsgemäß funktionieren kann. Nach bestandenen Tests wurden die Mechanismen an Thales Alenia Space in Spanien geliefert, wo sie in die Intersatellitenverbindungsplatte integriert wurden. Die Platten wurden dann zur endgültigen Satellitenmontage nach Rom verschifft.

Warum das für die Navigation wichtig ist

Heute können Galileo Satelliten nur Informationen austauschen, wenn eine Bodenstation in direkter Sichtlinie ist. Wenn ein Satellit über dem Ozean oder anderweitig verborgen ist, ist ein Kontakt unmöglich, bis er über eine Station fliegt. Mit Intersatellitenverbindungen kann eine Nachricht an jeden sichtbaren Satelliten gesendet und dann über die Konstellation zu ihrem Ziel weitergeleitet werden. Das macht das gesamte Netzwerk robuster und zuverlässiger. Die Satelliten der zweiten Generation, gebaut von Thales Alenia Space und Airbus Defence and Space im Auftrag der ESA, werden auch rekonfigurierbare Nutzlasten und Unterstützung für neue Dienste bieten. Die Intersatellitenverbindungsantennen sind ein Teil eines größeren Upgrades des europäischen Navigationssystems, das jetzt für den Flug freigegeben ist.

Quelle: ESA

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