Südafrikas freilebende Geparden verschwinden schneller, als selbst die Wissenschaftler, die sie zählten, erwartet hatten. Die erste landesweite Zählung wilder Geparden außerhalb von eingezäunten Schutzgebieten ergab weniger als 400 erwachsene Tiere – eine Zahl, die weit unter früheren Schätzungen liegt.
Eine Zählung, die Jahre dauerte
Die Zählung war eine gemeinsame Anstrengung des Endangered Wildlife Trust, der University of Cape Town und mehrerer regionaler Naturschutzbehörden. Forscher verbrachten drei Jahre damit, mehr als 200.000 Quadratkilometer in allen neun Provinzen Südafrikas zu untersuchen. Sie nutzten Kamerafallen, genetische Analysen von Kotproben und direkte Sichtungen, um einzelne Geparden anhand ihrer einzigartigen Fleckenmuster zu identifizieren.
Die Ergebnisse zeigten, dass freilebende Geparden heute nur noch 17 Prozent ihres historischen Verbreitungsgebiets im Land besiedeln. Die meisten verbliebenen Tiere leben auf privaten Farmen und Wildfarmen, nicht in Nationalparks. Die größte Populationskonzentration wurde in der Provinz Limpopo gefunden, wo etwa die Hälfte aller freilebenden Geparden registriert wurde.
Warum lokale Gemeinschaften den Verlust spüren
Für Bauern und ländliche Gemeinschaften waren Geparden lange sowohl eine Quelle des Stolzes als auch des Konflikts. Die Katzen reißen manchmal Nutztiere, was zu Vergeltungstötungen führt. Viele Landbesitzer haben jedoch auch an Naturschutzprogrammen teilgenommen, die sie für Verluste entschädigen und das Zusammenleben fördern.
Die Zensusdaten zeigten, dass der Rückgang durch Lebensraumzerschneidung, Verkehrstote und illegale Tötungen verursacht wird. In einigen Gebieten sanken die Gepardenzahlen im Vergleich zu früheren regionalen Erhebungen um mehr als 60 Prozent. Die Forscher stellten fest, dass die Art in mehreren Provinzen, in denen sie einst häufig war, nun funktionell ausgestorben ist.
Was die Zahlen für die Art bedeuten
Südafrika gilt weltweit als eine Hochburg für Geparden. Die gesamte Gepardenpopulation des Landes, einschließlich der Tiere in eingezäunten Schutzgebieten, wird auf etwa 1.300 geschätzt. Aber die freilebende Gruppe ist genetisch wichtig, weil sie natürliche Verhaltensweisen und Ausbreitungsmuster bewahrt, die Gefangenschaftspopulationen nicht replizieren können.
Die Zählung liefert eine Grundlage, die Naturschutzgruppen als essenziell für die Planung bezeichnen. Ohne sie beruhten die Bemühungen zum Schutz der Geparden auf Schätzungen. Jetzt gibt es zum ersten Mal ein klares Bild davon, wo die Tiere sind und wie schnell sie verschwinden.